Cholera PDF
CholeraCholera ist eine lebensbedrohliche bakterielle Durchfallerkrankung, die durch den Erreger Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Weltweit werden 6 Millionen pro Jahr gemeldet, die mit mehr als 100 000 Toten pro Jahr fordern. Die Übertragung erfolgt über fäkalien-verschmutztes Trinkwasser und Lebensmittel, wie Fisch, Meeresfrüchten, Obst und Gemüse. Einige dieser Bakterien können den Magen, trotz des sauren Milieus dort, passieren und gelangen daraufhin in den Dünndarm. Im Dünndarm vermehren sich die Cholerabakterien und bilden ihr Enterotoxin. Dieses Toxin bindet an Rezeptoren der Darmschleimhaut, die daraufhin Wasser und Salze, wie Natrium, Chlorid und Kalium, in den Darm entleeren. Die Folge ist ein Reiswasserstuhlgang, die Austrocknung (Exsikkose) und der massive Verlust von Elektrolyten des Erkrankten. Bemerkbar macht sich häufig auch Kreislaufbeschwerden und Krämpfe als Folge des Wasser- und Elektrolytverlustes. Wieterhin wird die Cholera von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Im Vordergrund der Therapie ist die rasche Substitution von Wasser und Elektrolyten. Dabei kann dem Patienten, noch vor Einlieferung ins Krankenhaus, Wasser, das mit Zucker und Salz angereicht worden ist, gegeben werden.

Eine Nicht-Behandlung führt zu einer Verdickung des Blutes, die zu Gefäßverschlüssen oder Embolien führen. Durch den Wasserverlust sinkt das Volumen im Kreislaufsystem und in Folge dessen sinkt der Blutdruck und die Pulsfrequenz steigt, was in einem hypovolämischen Schock enden kann. Je nach Typ des Erregers endet die Erkrankung für 30 - 70% der Erkrankten tödlich. Steht eine ausreichende Influsionslösung und entsprechende Begleittherapie zur Verfügung, ist die Prognose für Erkrankte sehr gut.

Die Cholera tritt in Ländern mit mangelnder Hygiene endemisch auf. Die Erkrankung für Touristen kann als gering eingestuft werden, wenn Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene als wichtigste Vorbeugemaßnahmen eingehalten werden. Auch hier gilt die Tropenregel: "Boil it, cook it, peel it, or forget it!" oder "siede es, koche es, schäle es oder vergiss es!".

Ein Impfstoff gegen Cholera ist entwickelt worden. In Deutschland ist jedoch der Impfstoff nicht zugelassen und könnte nur auf eigenes Risiko über die international Apotheke bezogen werden. Die Verträglichkeit ist allerdings nicht gut und bietet nur einen relativ geringen Schutz.

Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin, Herold-Verlag, 2008
Piper, W.: Innere Medizin, Thieme-Verlag, 2007
Thieme-Verlag (Herausgeber): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme-Verlag, 2006
Hahn, J.-M. Hahn: Checkliste Innere Medizin, Thieme-Verlag, 2006
Robert-Koch-Institut
 
Praxis Dr. med. Walter Thomé
Hausarzt - Internist - Arzt für Sportmedizin
Würzburger Straße 17
96049 Bamberg
Praxis
Dr. med. Walter Thomé
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CholeraCholera ist eine lebensbedrohliche bakterielle Durchfallerkrankung, die durch den Erreger Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Weltweit werden 6 Millionen pro Jahr gemeldet, die mit mehr als 100 000 Toten pro Jahr fordern. Die Übertragung erfolgt über fäkalien-verschmutztes Trinkwasser und Lebensmittel, wie Fisch, Meeresfrüchten, Obst und Gemüse. Einige dieser Bakterien können den Magen, trotz des sauren Milieus dort, passieren und gelangen daraufhin in den Dünndarm. Im Dünndarm vermehren sich die Cholerabakterien und bilden ihr Enterotoxin. Dieses Toxin bindet an Rezeptoren der Darmschleimhaut, die daraufhin Wasser und Salze, wie Natrium, Chlorid und Kalium, in den Darm entleeren. Die Folge ist ein Reiswasserstuhlgang, die Austrocknung (Exsikkose) und der massive Verlust von Elektrolyten des Erkrankten. Bemerkbar macht sich häufig auch Kreislaufbeschwerden und Krämpfe als Folge des Wasser- und Elektrolytverlustes. Wieterhin wird die Cholera von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Im Vordergrund der Therapie ist die rasche Substitution von Wasser und Elektrolyten. Dabei kann dem Patienten, noch vor Einlieferung ins Krankenhaus, Wasser, das mit Zucker und Salz angereicht worden ist, gegeben werden.

Eine Nicht-Behandlung führt zu einer Verdickung des Blutes, die zu Gefäßverschlüssen oder Embolien führen. Durch den Wasserverlust sinkt das Volumen im Kreislaufsystem und in Folge dessen sinkt der Blutdruck und die Pulsfrequenz steigt, was in einem hypovolämischen Schock enden kann. Je nach Typ des Erregers endet die Erkrankung für 30 - 70% der Erkrankten tödlich. Steht eine ausreichende Influsionslösung und entsprechende Begleittherapie zur Verfügung, ist die Prognose für Erkrankte sehr gut.

Die Cholera tritt in Ländern mit mangelnder Hygiene endemisch auf. Die Erkrankung für Touristen kann als gering eingestuft werden, wenn Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene als wichtigste Vorbeugemaßnahmen eingehalten werden. Auch hier gilt die Tropenregel: "Boil it, cook it, peel it, or forget it!" oder "siede es, koche es, schäle es oder vergiss es!".

Ein Impfstoff gegen Cholera ist entwickelt worden. In Deutschland ist jedoch der Impfstoff nicht zugelassen und könnte nur auf eigenes Risiko über die international Apotheke bezogen werden. Die Verträglichkeit ist allerdings nicht gut und bietet nur einen relativ geringen Schutz.

Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin, Herold-Verlag, 2008
Piper, W.: Innere Medizin, Thieme-Verlag, 2007
Thieme-Verlag (Herausgeber): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme-Verlag, 2006
Hahn, J.-M. Hahn: Checkliste Innere Medizin, Thieme-Verlag, 2006
Robert-Koch-Institut
 
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